Den Schreibtisch aufräumen, Last-Minute Geschenke besorgen, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Weihnachts-WTF?! All dieses begleitet uns durch die Vorweihnachtszeit.
Pünktlich zur Adventszeit beginnt die Beschleunigung des Alltags: Termine und Verpflichtungen, die man sonst nicht hat, drängen sich in den Terminkalender. Es ist wie der Jetstream: ein Sog mit sehr hoher Geschwindigkeit, der uns einsaugt und pünktlich zum 24.12. wieder ausspuckt.
Sind wir mal ehrlich es trifft doch eigentlich jeden irgendwie. Weihnachtsfeiern, Besuche von Weihnachtsmärkten, Jahresabschluss auf der Arbeit, Projekte noch unbedingt im „alten“ Jahr abschließen. Es bleibt doch keiner verschont. Viele freuen sich auf die Geselligkeit, die Lichtspiele oder die Düfte, die einen nahezu narkotisieren in der Weihnachtszeit. Man kann dieser Zeit viel Schönes abgewinnen. Die Pflichten bleiben dennoch und sie werden sogar mehr.
Schon Ende November geht es los mit Jahresabschluss- oder Weihnachtsfeiern. Spätesten die s.g. „Black-Week“ läutet dann auch den Geschenke-Kauf-Wahnsinn ein, der sich am letzten Werktag vor dem Heiligen Abend noch einmal zuspitzt.
Wofür? Damit wir dann am 24.12. nach Geschäftsschluss alle zusammen am Weihnachtsbaum sitzen und plötzlich völlig entspannt besinnlich werden (sollen)? Ich frage mich ist das überhaupt möglich, wenn sich an jedem Tag in der Adventszeit die Tachonadel nach vorn bewegt? Ist der Bremsweg lange genug, dass ich keine Bruchlandung im Weihnachtsbaum mache?
Nüchtern betrachtet sind es nicht mal zweieinhalb Tage, die uns bleiben für eine besinnliche Zeit. Das steht doch in keinem Verhältnis zu den vier Wochen Vorweihnachtsstress. Wäre es nicht viel ratsamer schon früher die Bremse reinzuhauen?
Je näher der Stress an einem heran getragen wird, desto weniger kann man sich dagegen wären. Das schwächt das Immunsystem, was in der kalten Jahreszeit sowieso schon alle Hände voll zu tun hat. Müssen wir wirklich unsere Gesundheit aufs Spiel setzen für diese wenigen Tage? Oder gibt es nicht auch einen entspannteren Weg?
Für mich ist jede Zeit gleich viel wert, die ich mit Menschen verbringe, die mir wichtig sind – unabhängig vom Anlass. Der Anlass kann auch sein „es ist Dienstagabend“. Es muss nicht immer eine Geburtstagsfeier oder Weihnachten sein. Solche Anlässe dienen einzig und allein dazu, alle wieder daran zu erinnern, dieser gemeinsamen Zeit mehr Priorität und Aufmerksamkeit zu schenken.
Unsinnig ist der Gedanke also nicht an Weihnachten alle unter den Baum zu rufen. Eventuell ist es der Zeitpunkt im Jahr, der alles zuspitzt und sogar nicht nur sprichwörtlich eine Woche nach dem heiligen Abend mit einem großen Knall endet.
Wenn alle immer von Entschleunigung reden, warum tragen dann alle zur Beschleunigung bei? Ehrlich gesagt ich höre häufiger von Menschen, wie wichtig Entschleunigung ist, die im nächsten Atemzug einen unrealistischem Zieltermin (Deadline) formulieren. Der große Tenor scheint zu sein: je ambitionierter der Zieltermin desto wahrscheinlicher ist, dass alle den nötigen Einsatz dafür bringen. Darüber allein könnte ich einen Blog füllen.
Am Ende ist jedoch immer entscheidend wie wir selbst damit umgehen. Versuchen wir die Zieltermine in zu vielen Projekten – unabhängig, ob beruflich oder privat – zu erreichen, so landen wir im Jetstream. Springen wir nicht rechtzeitig ab, so landen wir im anstatt am Weihnachtsbaum.
In diesem Sinne euch allen ein frohes Fest und vor allem eines: Erholung.

Hallo Christopher,
toller Bericht! Wo hast Du denn das Talent zum Schreiben her?
Grüße
Papa
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