Laut der Marke Ironman liegt das durchschnittliche Jahres-Einkommen seiner Teilnehmer im sechsstelligen Bereich, was auf hohe Kosten im Sport zurück schließen lässt.
Was kostete mich mein Hobby also neben viel Disziplin und Training im Jahr 2023?
Triathlon ist nicht allein Ironman und man kann bereits mit einem Bahnhofsrad bei einer Volksdistanz an den Start gehen. Seit 2016 betreibe ich diese wunderbare Sportart und habe mir über die Jahre einiges an Ausrüstung zugelegt, die ich nicht jedes Jahr neu kaufen musste. Doch Materialausgaben ist nicht alles. Man kann auch in anderen Bereichen viel Geld lassen: Startgebühren, Reisekosten und Ausgaben rundum das Training.
Was sind Ausgaben rundum das Training? Eintritte ins Schwimmbad und/oder die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio sowie eine Vereinsmitgliedschaft sorgen für ein Grundrauschen in der Ausgabenliste. Je ambitionierter und besser man wird, desto schwieriger und kleinteiliger wird es im Training noch die nötigen Stellschrauben zu drehen, um sich zu verbessern. Eine individuelle Trainingsbetreuung sehe ich vor allem für Vollzeitbeschäftigter als die sinnvollste Investition. Spontan auf Dienstreise oder Trainingsausfall durch lange Arbeitstage machen eine sinnvolle Trainingsplanung zu einer Wissenschaft. Wer wöchentlich zwischen 10 und 15 Stunden (im Schnitt) trainieren möchte, der benötigt nicht nur Disziplin sondern auch Planungsgeschick. Das ist eine Wissenschaft. Deswegen bin ich sehr glücklich darüber, dass ich das schon seit 2019 in kompetente Hände gegeben habe. Will man ein Plateau in der Leistungsentwicklung durchbrechen und nicht im Trüben fischen, wie das funktionieren soll, so muss man zusätzlich in Einzelstunden investieren oder Schwerpunkt Kurse besuchen. Ein Laufseminar, ein muskuläre Schwachstellentest oder eine Schwimmanalyse können dabei sehr hilfreich sein. Für mich in 2023 relevant waren folgende Punkte:
- Individuelle Trainingsplanung
- Schwachstellentest → abgeleitete Athletikübungen
- Mitgliedschaft im Fitnessstudio (inkl. 25 m Sportpool)
- Trainingsplattform zur Steuerung, Auswertung der physiologischen Daten wie z.B. Herzfrequenz
- Individuelles Schwimmtraining (seit Oktober)
- Investitionen, die das Training etwas abwechslungsreicher machen wie z.B. Zwift (virtuelle Welt für das Indoor-Radtraining
Am Ende stehen für das Jahr hier 2500 € auf der Ausgabenseite.
Reisekosten sind für Triathleten auch eine größere Position in der Ausgabenliste. Der deutsche Winter kann lang werden. Ein wesentlicher Grund, warum viele Triathleten in den kalten Monaten in den Süden „fliehen“. Häufig fällt dabei die Wahl auf die Kanaren, die hervorragende Trainingsbedingungen bereit halten. Meine Wahl fiel in 2023 auf Gran Canaria. Neben der Reisekosten für ein Trainingslager, kommen zusätzlich noch die Reisen zu den Wettkämpfen dazu. Zwischen dem Triathlon in Karlsfeld, der vor der Haustür ist, und der Weltmeisterschaft in Finnland gab es für mich große Unterschiede bei der Ausgaben für Reiseaufwendungen. Auch wenn ich bei Reisen, die nicht direkt in Verbindung mit Training oder Wettkampf in Verbindung gestanden haben, meinen Sport aufrechterhalten habe, so mag ich diese Kosten in meine Berechnung nicht einfließen lassen. Die Kosten für die Bike-Packing Tour sowie die Reisen mit Bahn zu Geburtstag, Hochzeit oder Junggesellenabschied klammere ich aus. Ebenso klammere ich meine Verpflegungsaufwendung aus, weil diese auch zuhause angefallen wären.
Am Ende stehen dennoch Reisekosten für Trainingslager und Wettkämpfe von ca. 2300 € zu Buche.
Die Teilnahme an Wettkämpfen ist nicht kostenfrei. Der Veranstalter hat Ausgeben wie Straßensperrungen, Infrastruktur bereitstellen uvm. Von lokalen Wettkämpfen wie der Winterlaufserie bis zur Weltmeisterschaften sind am Ende des Jahres Ausgaben im niedrigen zweistelligen bis zum hohen dreistelligen Bereich in meiner Auswertung zu finden. Die WM in Finnland war der teuerste Wettkampf, an dem ich je teilgenommen habe. Selbst mein Langdistanzstart bei der Challenge Roth 2021 war günstiger – und das war die doppelte Distanz. Butter bei die Fische: es kostete mich inkl. Bearbeitungsgebühr 726 €.
Mit der Teilnahme an drei Mitteldistanzen, einer olympischen Distanz und sechs Laufveranstaltungen komme ich am Jahresende auf 2000 €.
Aus materieller Sicht hatte ich in 2023 „Glück“. Mein Rad war bzw. ist noch gut genug. Sowohl mein Triathlon- als auch mein Neoprenanzug waren für dieses Jahr noch gut genug in Schuss. Mit drei auszuwechselnden Laufschuhpaaren und die ein oder anderer „Klamotte“ als Ersatzbeschaffung sollte meine Ausgaben auch ohne detaillierte Auswertung bei ungefähr 750€ liegen.
Diese Position stellt jedoch nicht die Regel dar. Schon jetzt ist klar, dass ich auf Grund von Verschleiß und Weiterentwicklung meiner Rad-Sitzposition nächstes Jahr deutlich mehr investieren muss.
Keine Berücksichtigung haben meine Ausgaben für sportspezifische Ernährung gefunden. Verpflegung während des Trainings, Wettkampfes und zur Regeneration erzeugen hierbei zusätzliche Kosten, die den Geldbeutel belasten. Als Lebensmitteltechnologe und Hobby-Ernährungswissenschaftler habe ich zusammen mit Niklas eine eigene Mischung für die Training und Wettkampf entwickelt, sodass wir hier unsere Ausgaben deutlich reduzieren konnten und am Ende sogar ein Produkt entwickelt haben, was für uns individuell am Besten funktioniert.
Am Ende stehe ich bei Ausgaben für den Triathlon zwischen 7500 und 8000 €.
Sicherlich kann man Triathlon auch deutlich günstiger betreiben. Jedoch hat jeder ausgegebene Cent mir große Freude bereitet, mich näher an meine persönlichen Ziele gebracht oder sogar die Erreichung ermöglicht.
Für Fragen, Anregungen und Austausch fühlt euch sehr herzlich eingeladen.
Bleibt sportlich,
Euer Chris
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