Letzten Sonntag habe ich mich beim Ironman 70.3 Kraichgau für die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft im August in Lahti/Finnland qualifiziert.
Als ich mich im letzten Jahr für den Wettkampf im Kraichgau angemeldet habe, verschwendete ich keinen Gedanken daran mich für die, in diesem Jahr in Europa stattfindende, Weltmeisterschaft der Marke Ironman zu qualifizieren. Der Wettkampf an sich stand auf meiner „Bucket list“ – die Liste der Wettkämpfe, die ich mindestens einmal in meinem Leben gemacht haben wollte.
So lange ich noch nicht die Leistungsfähigkeit habe, um mich in meiner Altersklasse weit vorne zu platzieren, suche ich die Rennen primär nach dem Erlebnisfaktor und nicht nach meinen Stärken aus. Mit dem Standort Europa und schon bereits qualifizierter Freunde, war ich im Frühjahr aber plötzlich heiß auf die WM.
Wie ist eine Qualifikation ohne Top-Platzierung möglich? Das Vergabe-Prozedere lässt hoffen. Zwar werden die Plätze immer noch nach Leistung vergeben, aber wenn einer seinen Platz nicht annimmt, wird er an den nächstbesseren weiter gegeben. Die Anzahl errechnet sich anhand der am Rennmorgen gestarteten Athleten innerhalb der Altersklasse im Verhältnis zum Gesamtfeld. So gab es in meiner Altersklasse (30-34) 5 Plätze zu vergeben. Wichtig dabei ist, dass man bei der Vergabe persönlich anwesend ist und sofort mittels Kreditkarte die Startgebühren bezahlen kann. Erfüllt man diese Kriterien nicht, verwirkt der Qualifikationsplatz.
Zugegeben mit einem ernüchterten 96. Platz sollte die Wahrscheinlichkeit gleich 0 sein. Es gab aber einige Faktoren, die mich hoffen und spekulieren ließen. Weiter im Prozedere: Der Sprecher rief nacheinander die Top-Platzierten meiner Altersklasse auf. Dabei las er genau dreimal den Namen vor. Erfolgte keine lautstarke Meldung, so ging er weiter zum Nächsten. Nachdem er mehrmals vergebens einen Namen vorlas, fragte er: „Wer aus der Altersklasse 30-34 möchte denn überhaupt nach Lahti?“ Neben mir meldeten sich noch 7 Weitere. Wir gaben alle unsere Startnummer an und der Sprecher bildete ein Ranking nach der Platzierung im Rennen. Die ersten vier Plätze wurden nach und nach vergeben. Es blieben mit mir noch also noch vier übrig als der 5. und Letzte Qualifikationsplatz vergeben wurde. Als dann mein Name fiel, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich zitterte am ganzen Körper und war nach einem Jubelschrei nicht mehr ansprechbar und einfach sprachlos vor Freude. Ich füllte die nötigen Formulare aus und entrichte mit meiner Kreditkarte die Startgebühr.
Mir ist bewusst, dass rein sportlich zig bessere Athleten den Platz verdient gehabt hätten. Für mich aber geht damit ein Traum in Erfüllung, dass ich an einer Weltmeisterschaft teilnehmen kann. Auch wenn die Preise und Verfügbarkeit für die Unterkünfte, nicht mehr die Besten sind, so ist der Aufwand noch immer geringer als nächstes Jahr nach Neuseeland zu reisen. Dort findet nämlich die WM 2024 statt – noch dazu im Dezember.
Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf das Erlebnis und werde alles dafür geben sportlich fit und gesund an der Startlinie zu stehen.
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